Du möchtest regelmäßig Blogartikel, Social-Media-Posts oder Videos veröffentlichen, sitzt aber immer wieder vor derselben Frage: Worüber soll ich eigentlich schreiben oder sprechen? Genau an diesem Punkt fehlt vielen nicht die Motivation, sondern eine einfache Methode, um neue Themen zu finden.
Wer Content Ideen finden möchte, muss dabei nicht ständig etwas völlig Neues erfinden. Gute Themen entstehen häufig aus Fragen, Problemen und Entscheidungen der eigenen Zielgruppe. Statt möglichst kreativ sein zu wollen, lohnt es sich deshalb, genauer hinzuschauen: Was wollen deine Leser, Zuschauer oder potenziellen Kunden tatsächlich wissen? Genau darauf konzentrieren sich die folgenden fünf Möglichkeiten.
Bevor du Content-Ideen suchst: Für wen erstellst du Inhalte?
Bevor du eine lange Themenliste anlegst, solltest du zumindest grob wissen, wen du erreichen möchtest.
„Ich mache Content über Selbstständigkeit“ ist beispielsweise sehr weit gefasst.
Konkreter wäre:
„Ich erstelle Inhalte für Menschen, die sich mit wenig Startkapital nebenberuflich selbstständig machen möchten.“
Aus dieser Beschreibung entstehen bereits deutlich gezieltere Fragen. Welche Geschäftsideen eignen sich? Wie viel Zeit braucht man? Was kostet der Start? Was muss man beim Hauptjob beachten?
Stell dir deshalb zunächst drei Fragen:
Für wen erstelle ich meine Inhalte?
Welche Probleme beschäftigen diese Person?
Welche Fragen stellt sie sich vor einer Entscheidung?
Du brauchst dafür keine umfangreiche Zielgruppenanalyse. Eine klare Vorstellung davon, wem du helfen möchtest, reicht für den Anfang.
Content Ideen finden: 5 einfache Möglichkeiten
1. Häufige Fragen deiner Zielgruppe beantworten
Eine der einfachsten Quellen für neue Content-Ideen sind Fragen.
Wenn Kunden, Leser oder Interessenten immer wieder dasselbe wissen möchten, steckt darin wahrscheinlich bereits ein gutes Thema.
Solche Fragen findest du beispielsweise in:
Kunden-E-Mails
Kommentaren
persönlichen Nachrichten
Beratungsgesprächen
Foren und Communities
Suchanfragen
häufig gestellten Fragen in deiner Branche
Angenommen, du schreibst über Selbstständigkeit. Statt allgemein über das Thema zu sprechen, könntest du eine konkrete Frage beantworten:
„Kann ich mich nebenberuflich selbstständig machen?“
Daraus lässt sich ein Blogartikel, ein Video, ein Social-Media-Beitrag oder eine kurze Newsletter-Ausgabe machen.
Der Vorteil solcher Inhalte: Du musst nicht raten, ob sich jemand für das Thema interessieren könnte. Die Frage wurde bereits gestellt.
Wenn dieselbe Frage häufiger auftaucht, solltest du sie deshalb notieren.
2. Probleme und typische Fehler aufgreifen
Menschen suchen nicht nur danach, wie etwas funktioniert. Häufig suchen sie gerade dann nach Informationen, wenn etwas nicht funktioniert.
Das macht Probleme zu einer guten Quelle für Content-Ideen.
Mögliche Themenstrukturen sind:
Warum funktioniert … nicht?
5 häufige Fehler bei …
Was tun, wenn …?
Darauf solltest du achten, bevor …
Ein sehr allgemeines Thema wäre zum Beispiel:
„Tipps für Werbung“
Konkreter ist:
„Warum bringt meine Werbung keine Anfragen?“
Bei der zweiten Variante erkennt der Leser sofort, welches Problem behandelt wird.
Überlege deshalb, welche Schwierigkeiten deiner Zielgruppe immer wieder begegnen.
Wenn du Webdesign anbietest, könnten das langsame Webseiten, schlechte mobile Darstellung oder fehlende Anfragen über die Website sein.
Wenn du über Karriere schreibst, könnten Themen wie erfolglose Bewerbungen, Unsicherheit beim Berufswechsel oder fehlende berufliche Ziele interessant sein.
Ein konkretes Problem ist meistens interessanter als ein sehr allgemeines Thema.
3. Schritt-für-Schritt-Inhalte erstellen
Gerade Anfänger möchten häufig nicht nur wissen, was sie tun sollten, sondern auch wie.
Daraus entstehen klassische Anleitungen.
Typische Fragen sind:
Wie starte ich mit …?
Wie richte ich … ein?
Wie erstelle ich …?
Was brauche ich für …?
Welche Schritte sind notwendig?
Ein Beispiel:
„So erstellst du eine einfache Landingpage für dein erstes Angebot.“
Ein solcher Inhalt hat ein klares Ziel. Der Leser weiß vorher, was er anschließend können oder verstanden haben soll.
Schritt-für-Schritt-Inhalte eignen sich besonders für Themen, die sich sinnvoll in mehrere Schritte zerlegen lassen.
Dabei musst du aus einer einfachen Aufgabe keine 3.000-Wörter-Anleitung machen. Wenn etwas in fünf verständlichen Schritten erklärt werden kann, reichen fünf Schritte.
Guter Content muss nicht möglichst lang sein. Er sollte die Frage möglichst vollständig beantworten.
4. Vergleiche und Entscheidungen erklären
Viele Menschen recherchieren besonders intensiv, kurz bevor sie eine Entscheidung treffen.
Genau daraus können interessante Content-Ideen entstehen.
Zum Beispiel:
SEO oder Werbung?
Website oder Social Media zuerst?
Tool A oder Tool B?
Kaufen oder mieten?
nebenberuflich oder hauptberuflich selbstständig?
Solche Inhalte funktionieren besonders gut, wenn du nicht einfach einen Gewinner bestimmst.
Zeige stattdessen die Unterschiede.
Wann ist Möglichkeit A sinnvoll? Wann eher B? Welche Nachteile gibt es? Für wen passt welche Variante?
Ein Beitrag zum Thema „SEO oder Google Ads?“ könnte beispielsweise erklären, dass SEO längerfristig Sichtbarkeit aufbauen kann, während bezahlte Werbung schneller Traffic liefern kann, dafür aber laufende Kosten verursacht.
Die sinnvollere Wahl hängt dann vom Ziel, Budget und Angebot ab.
Gerade bei solchen Themen solltest du pauschale Aussagen vermeiden. Ein Vergleich ist hilfreicher, wenn der Leser anschließend selbst besser entscheiden kann.
5. Aus einem großen Thema mehrere kleine Themen machen
Du musst nicht für jeden neuen Beitrag ein vollkommen neues Themengebiet finden.
Oft reicht es, ein großes Thema in kleinere Fragen zu zerlegen.
Nehmen wir:
„Selbstständig machen“
Daraus können unter anderem entstehen:
selbstständig ohne Eigenkapital
nebenberuflich selbstständig
Geschäftsidee finden
Kleingewerbe starten
erste Kunden gewinnen
Software für Selbstständige
Alle diese Themen gehören zur gleichen übergeordneten Richtung, beantworten aber unterschiedliche Fragen.
Genau das lässt sich auf fast jede Nische übertragen.
Wenn du beispielsweise über Fotografie schreibst, kann aus „bessere Fotos machen“ eine ganze Reihe konkreter Themen entstehen: Licht, Kameraeinstellungen, Bildkomposition, Smartphone-Fotografie oder Bildbearbeitung.
Je größer ein Thema ist, desto häufiger lässt es sich weiter aufteilen.
So findest du aus einem Thema 10 weitere Ideen
Eine einfache Methode besteht darin, ein Grundthema aufzuschreiben und verschiedene Fragen dazu zu stellen.
Nehmen wir als Beispiel:
„Website erstellen“
Daraus entstehen schnell Fragen wie:
Was kostet eine Website?
Welche Software brauche ich?
Brauche ich WordPress?
Welche Seiten sollte eine Website haben?
Wie finde ich einen guten Domainnamen?
Wie lange dauert die Erstellung?
Welche Fehler sollte ich vermeiden?
Du kannst dafür immer wieder dieselben Fragearten verwenden:
Was? Warum? Wie? Für wen? Welche Fehler? Welche Alternativen? Was kostet es? Was brauche ich dafür?
Aus einem einzigen Oberthema entstehen dadurch häufig genügend Ideen für mehrere Wochen.
Wo kannst du weitere Content-Ideen finden?
Wenn dir deine eigenen Fragen ausgehen, gibt es einige einfache Quellen.
Google-Suche
Gib ein Thema bei Google ein und achte auf Suchvorschläge und ähnliche Fragen.
Dadurch bekommst du ein Gefühl dafür, welche konkreteren Themen rund um deinen Begriff gesucht werden.
Wichtig ist, nicht jeden Vorschlag automatisch zu übernehmen. Das Thema sollte weiterhin zu deiner Zielgruppe und deinem Angebot passen.
YouTube
Auch die YouTube-Suche kann Themenideen liefern.
Zusätzlich lohnt sich ein Blick in Kommentare unter Videos aus deinem Themengebiet. Dort stellen Nutzer häufig konkrete Fragen, die im eigentlichen Video noch nicht beantwortet wurden.
Reddit, Foren und Communities
In Communities sprechen Menschen oft deutlich konkreter über ihre Probleme als auf Unternehmenswebseiten.
Dadurch kannst du Formulierungen und Fragen entdecken, auf die du selbst möglicherweise nicht gekommen wärst.
Nutze solche Plattformen als Inspiration, nicht zum Kopieren anderer Beiträge.
Konkurrenz
Auch andere Blogs, YouTube-Kanäle oder Unternehmen können zeigen, welche Themen in deinem Bereich häufig behandelt werden.
Frag dich dabei:
Welche Fragen werden nur oberflächlich beantwortet?
Welche Aspekte fehlen?
Kann ich das Thema verständlicher oder konkreter erklären?
Es geht nicht darum, einen vorhandenen Beitrag umzuschreiben.
Eigene Kunden und Leser
Wenn du bereits Kunden, Leser oder Zuschauer hast, sind diese oft eine der besten Quellen.
Achte darauf, welche Fragen immer wieder auftauchen.
Wenn Kunden dir dieselbe Frage regelmäßig stellen, ist das wahrscheinlich bereits eine Content-Idee.
Content-Ideen für Blog, Social Media und YouTube unterschiedlich nutzen
Du brauchst für jede Plattform nicht zwangsläufig ein komplett neues Thema.
Nehmen wir:
„5 Fehler beim Start in die Selbstständigkeit“
Daraus könnten entstehen:
ein ausführlicher Blogartikel
ein YouTube-Video
fünf einzelne Social-Media-Posts
mehrere Pinterest-Pins
ein kurzer Newsletter
Der Kern des Themas bleibt gleich. Die Aufbereitung verändert sich.
Ein YouTube-Video braucht beispielsweise eine andere Erzählweise als ein Blogartikel. Für einen Pinterest-Pin wiederum muss die Kernaussage sehr schnell verständlich sein.
Das ist sinnvoller, als denselben Inhalt einfach unverändert auf jede Plattform zu kopieren.
Wie erkennst du eine gute Content-Idee?
Nicht jedes Thema, das dir einfällt, muss veröffentlicht werden.
Eine einfache Prüfung hilft.
Frag dich, ob die Idee mindestens einen dieser Punkte erfüllt:
Beantwortet sie eine echte Frage?
Löst sie ein konkretes Problem?
Hilft sie bei einer Entscheidung?
Spart sie dem Leser Zeit?
Verhindert sie einen häufigen Fehler?
Passt sie zu meiner Zielgruppe oder meinem Angebot?
Auch Reichweite sollte nicht das einzige Kriterium sein.
Ein Beitrag mit vergleichsweise wenigen Lesern kann wertvoller sein, wenn genau diese Leser zu deiner Zielgruppe gehören.
Welche Content-Ideen solltest du eher vermeiden?
Zu allgemeine Themen
„Alles über Marketing“ ist kaum sinnvoll in einem einzelnen Beitrag abzudecken.
„7 Möglichkeiten, mit kleinem Budget sichtbarer zu werden“ ist wesentlich konkreter.
Inhalte ohne Bezug zur Zielgruppe
Ein Thema kann aktuell sehr beliebt sein und trotzdem nicht zu deinem Blog oder Unternehmen passen.
Reichweite aus einem völlig fremden Themenbereich hilft dir wahrscheinlich wenig.
Themen nur wegen hoher Reichweite
Viele Besucher sehen zunächst gut aus. Entscheidend ist aber, ob darunter die Menschen sind, die du tatsächlich erreichen möchtest.
Dasselbe Thema immer wieder leicht umformulieren
Verwandte Inhalte sind sinnvoll. Jeder Beitrag sollte aber eine eigene konkrete Frage beantworten.
Konkurrenz einfach kopieren
Andere Inhalte können Inspiration liefern. Dein Beitrag sollte trotzdem einen eigenen Nutzen haben.
Ein einfaches System für deine Content-Planung
Du brauchst nicht unbedingt einen komplizierten Redaktionsplan.
Beginne mit vier Kategorien:
Fragen
Probleme
Anleitungen
Vergleiche
Für einen Blog über Selbstständigkeit könnte das so aussehen:
Frage: Wie finde ich eine Geschäftsidee?
Problem: Warum bekomme ich keine Kunden?
Anleitung: Wie erstelle ich ein erstes Angebot?
Vergleich: Nebenberuflich oder hauptberuflich selbstständig?
Schreib für jede Kategorie zunächst drei bis fünf Ideen auf.
Schon hast du eine Themenliste, mit der du eine ganze Weile arbeiten kannst.
Muss jeder Content auf ein Produkt oder eine Dienstleistung führen?
Nein.
Nicht jeder Beitrag muss direkt verkaufen.
Guter Content kann auch:
Vertrauen aufbauen
Fragen beantworten
neue Besucher auf deine Website bringen
deine Erfahrung zeigen
auf andere hilfreiche Inhalte verweisen
Trotzdem sollte grundsätzlich ein Zusammenhang mit deiner Zielgruppe und deiner Positionierung bestehen.
Wenn dein Blog sich um Selbstständigkeit dreht, bringt dir ein zufällig erfolgreicher Artikel über ein völlig anderes Thema möglicherweise Besucher, aber kaum die richtigen Leser.
Fazit: Gute Content-Ideen liegen oft näher als gedacht
Wer Content Ideen finden möchte, braucht nicht ständig neue kreative Einfälle.
Viele gute Themen liegen bereits direkt vor dir.
Schau nach Fragen, Problemen, Anleitungen und Entscheidungen deiner Zielgruppe. Nimm außerdem größere Themen und zerlege sie in kleinere, konkretere Fragen.
Du musst auch nicht sofort eine Liste mit 100 Beitragsideen erstellen.
Beginne mit zehn Fragen, die deine Zielgruppe tatsächlich beschäftigen. Daraus kannst du deine ersten Inhalte entwickeln und anschließend beobachten, welche Themen besonders gut angenommen werden.
